Druckerei und Verlag Mainz - Aachen

Patrimonium Musicum

Die Musik ist so alt wie die Menschheit selbst. Leider lassen sich die frühen Klänge nur schwer rekonstruieren. In unserer Edition »Patrimonium Musicum« veröffentlichen wir deshalb wertvolle Publikationen aus dem Themenbereich »Musik der christlich-abendländischen Kultur« mit dem Schwerpunkt »Katholische Kirchenmusik«

Hodes, Karlheinrich
978-3-86417-001-0

14,80€

Tunger, Michael
978-3-86417-008-9

24,80€

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»Gregorianischer Gesang, Orgel und klassische Polyphonie sind künstlerische Bereiche, die zu wahren Apologien des Glaubens und damit zu reinem Lebenssaft geworden sind, der seit den Anfängen die künstlerische und geistliche Entwicklung der europäischen Musikkultur genährt hat.« (Papst Johannes Paul II.)


Der gregorianische Choral

Im Abendland wurde die Menschwerdung Christi geschichts- und kulturbildend. Mit dem Licht des Evangeliums kam in der Gestalt der christlich geprägten bildenden Kunst und Musik auch die höchste Verfeinerung der Kultur. Christlicher Glaube und christliche Kunst haben die europäische Kultur durchdrungen, befruchtet, geheiligt. Der hl. Benedikt, Vater des Abendlandes und Patron des christlichen Europas, hat als Organisator des monastischen Stundengebetes großen Einfluss auf die Entwicklung der ersten überlieferten kunstvollen christlichen Kultmusik des Abendlandes, des nach dem hl. Papst Gregor dem Großen benannten Gregorianischen Chorals, genommen. Papst Gregor der Große, der Begründer der feierlichen römisch-gregorianischen Liturgie, war ein ganz besonderer Förderer der großen liturgischen Tonkunst.

Die Benediktiner waren es, die diesen Gesang in den folgenden Jahrhunderten überlieferten, entwickelten, vollendeten und bis in die Zeit der beginnenden Mehrstimmigkeit weitertrugen. Der Gregorianische Choral ist der Schmelztiegel des musikalischen Gesichts verschiedener Völker und Kulturen und Urahn zahlloser mehrstimmiger vokaler und instrumentaler Kompositionen. Seine Wortbezogenheit ist ein Charakteristikum für Rhythmus- und Melodiebildung der abendländischen Musik. Die Konsonanz von Wort und Ton prägt auch die mehrstimmige Musik; die Kontrapunktik und Harmonik Palestrinas, Bachs, Haydns, Mozarts und Beethovens ist ohne die am Anfang der christlich¬ abendländischen Musikkultur stehende Sprachrhythmik nicht denkbar. Harmoniewechsel und dissonante Vorhaltsbildungen markieren die vom Sprachrhythmus her bestimmten Akzente bis hinein in die reine Instrumentalmusik.


Die Gregorianik und ihr Einfluss auf die Liturgie

Die liturgische Praxis der Kirche hat alle formalen Entwicklungen in der Musik mitgetragen und mitbeeinflusst. Nicht zuletzt die aus dem christlichen Kult und seiner Musik hervorgehende Ausgeglichenheit zwischen Emotionalität und Rationalität ist entscheidendes Kennzeichen großer abendländischer Musikwerke. So kann man sagen, dass aus dem Gregorianischen Choral die ganze Musik des christlichen Europas erwuchs. Niemand kann sich in die Geschichte der Musik dieses Abendlandes zu vertiefen versuchen, ohne auf jenen Gesang zu stoßen, der aus der Seele der Kirche, aus der kultischen Mitte der christlichen Liturgie, geboren wurde.

Die Aufgabe der Edition »Patrimonium Musicum« ist es, dem heutigen Fachmann, aber auch Laien, diese Zusammenhänge durch geeignete Reprints von wertvollen Büchern und neue Publikationen wieder zugänglich zu machen und zu verdeutlichen. Dies geschieht auch durch die Herausgabe von Noten-Ausgaben und Ton-Produktionen. Kurz: Die Edition »Patrimonium Musicum« ist der Ort für Bücher aus dem Themenbereich »Musik der christlich-abendländischen Kultur«.